Fachkräftebindung und -gewinnung

Was gefällt den Menschen hier vor Ort und was vermissen sie? Mit einem neu gestarteten Projekt sucht der Landkreis Uelzen Antworten. Denn bedingt durch den demografischen Wandel sinkt auch hier die Bevölkerungszahl, während ortsansässige Unternehmen zunehmend mehr Fachkräfte benötigen.

Entscheidend, ob Menschen gerne hier leben und arbeiten möchten, ist das Image der Region. Klar ist, der Landkreis Uelzen ist lebenswert – doch wie können andere Menschen, davon überzeugt werden, dass es sich lohnt hier zu wohnen und zu arbeiten?

Und wie können Unternehmen mehr lokale und regionale Sichtbarkeit zeigen, sich von Arbeitgebern anderer Regionen abheben und den steigenden Erwartungen von Bewerberinnen und Bewerbern gerecht werden?

Benötigt wird eine ganzheitliche und langfristig angelegte Gesamtstrategie zur Fachkräftegewinnung, die der Landkreis Uelzen jetzt auf den Weg bringt. Sie setzt sich aus vier Projektschritten zusammen.

Projektübersicht

Die Entwicklung einer Fachkräftemarketing-Strategie für den Landkreis Uelzen unterteilt sich in die folgenden Schritte.

  1. Grundlagenermittlung (abgeschlossen)
  2. Zusammenstellung einer Toolbox für Unternehmen & Begleitung in der Praxis
  3. Entwicklung einer Marketingstrategie
  4. Umsetzung der Marketingstrategie

Als nächstes steht die Umsetzung der Module 2 und 3 an.

Modul 1 - Grundlagenermittlung (abgeschlossen)

Das erste Modul umfasste eine umfangreiche Analyse zu Entscheidungsprozessen und Einflussfaktoren der Arbeitsplatz- und Wohnortwahl von Fachkräften. Der Fokus lag darauf, die wesentlichen Motive zur Wahl von Lebens- und Arbeitsort herauszuarbeiten. Diese wurden neben einer statistischen Analyse auch mit Hilfe entsprechender Beteiligungsformate erfasst.

Vorgehensweise bei Beteiligungsformaten

Wesentliche Ergebnisse:

  • Für 78 % der befragten Unternehmen sind die Themen Fachkräftesicherung und -gewinnung sehr wichtig bzw. eher wichtig.
  • Die befragten Unternehmen suchen Fachkräfte in allen Bereichen. Am meisten gefragt sind jedoch Mitarbeiter*innen mit technisch/gewerblichen oder kaufmännischem Ausbildungsabschluss sowie Auszubildende.
  • Bei der Alumni-Befragung wurden hauptsächlich berufliche Gründe für einen Fortzug aus dem Landkreis Uelzen angegeben und konkret vor allem der Mangel an einer passenden Tätigkeit.
  • Nahmobilität, Breitband & Mobilfunkt sowie bezahlbarer Miet-/Wohnraum sind die wichtigsten Aufgabenschwerpunkte aus Sicht junger Menschen.
  • Der Landkreis Uelzen sollte eine zweigleisige Strategie im Fachkräftemarketing verfolgen.

Fachkräftemarketingstrategie

Dazu werden die folgenden Handlungsfelder verfolgt:

Geplante Handlungsfelder

Modul 2 - Zusammenstellung einer Toolbox

Im Rahmen des Moduls 2 wird eine Toolbox für die Praxis zusammengestellt. Dabei werden die aus Modul 1 erarbeiteten Ergebnisse als Grundlage für die Fortführung des Projekts genommen. Hierzu dienen auch die identifizierten Zielgruppen für das Fachkräftemarketing. Diese werden zunächst noch detaillierter ausgearbeitet und anschließend um zielgruppenspezifische Umsetzungsstrategien erweitert, die im weiteren Verlauf mit praxistauglichen Empfehlungen und konkreten Maßnahmen verknüpft werden.

Bei der Toolbox kann es sich beispielsweise um eine Karriere-Plattform, eine Karriere- Datenbank, ein Partnernetzwerk, eine Plattform zum Fachkräfte-Matching, eine interne Webanwendung für die Unternehmen zur Nutzung und zum Austausch von wichtigen Informationen im Rahmen des Projekts handeln. Dabei können analoge (z. B. Veranstaltungen) wie digitale Tools (z. B. digitale Kommunikation, u.a. mit der Nutzung sozialer Medien) genutzt werden, um die ausgearbeiteten und ausdifferenzierten Zielgruppen zu erreichen. Hierzu gehört auch die Initiierung eines Netzwerks von Unternehmen des Landkreises, die sich später in die Umsetzung einbinden werden.

Modul 3 - Entwicklung einer Marketingstrategie

Modul 3 beschäftigt sich vor allem mit der Überführung der bisherigen erarbeiteten Potenziale, Werte und des Markenkerns des Landkreises Uelzen in eine ganzheitliche Marketingstrategie. Dabei steht das Thema Fachkräftesicherung im Vordergrund, gefolgt von einer aktiven Gewinnungsstrategie.

(Verhältnis der Bemühungen etwa 70:30 für Fachkräftesicherung:Fachkräftegewinnung).

In diesem Modul wird detailliert ausgearbeitet, welche Zielgruppe wie (analog, digital, mit welchem Marketing-Tool) und wo (Detail-Raum, z. B. Hannover Hbf an Gleis 8-10) in Sachen Bindung und Gewinnung angesprochen wird. Dazu gehören auch ein Marketingplan und die notwendigen personellen und finanziellen Ressourcen sowie eine Zeitplanung.

 

Modul 4 - Umsetzung der Marketingstrategie und Begleitung der Umsetzung

Das Modul 4 umfasst die Umsetzung der Marketingstrategie aus Modul 3 sowie die Begleitung des Umsetzungsprozesses.

Aktuelle Meldungen

Hier finden Sie eine Übersicht über aktuelle Meldungen und Pressemitteilungen zum Projektstand sowie zu den Themen Fachkräftebindung und -gewinnung in der Region.

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