Glossar

Hier entsteht das große A bis Z des Glasfasernetzes Landkreis Uelzen. Skuzessive finden Sie hier erläuternde Fachbergiffe und erklärendes Hintergrundwissen zum Projekt, zur Struktur und zum Aufbau unseres neuen Highspeed-Netzes.

Backbone

Das „Backbone“ ist das Rückgrat, also der Hauptstrang bzw. das Basisnetz des landkreisweiten Glasfasernetzes. Es entstehen zwei große Hauptleitungsringe östlich und westlich des Elbe-Seitenkanals, die alle Ausbaugebiete bzw. deren Hauptverteilerstationen (PoPs) miteinander verbinden und für eine höhere Ausfallssicherheit sorgen werden. Der ringförmige Aufbau gewährleistet einen ausfallsicheren Betrieb, jedoch sind drei Querungen des Elbe-Seitenkanals notwendig, um die zwei Ringe zu verbinden. Da sich im Backbone-Netz die Datenraten aller Endbenutzer bündeln, erfordert dieses Netz besonders große Übertragungsraten. Daher werden in die Mikrorohre des Backbones Glasfaserkabel mit insgesamt 144 Fasern eingezogen.

Hauptkabel

Vom PoP muss eine Verbindung zu den Netzverteilerkästen entstehen – dies erfolgt mithilfe von Hauptkabeln. Ein Hauptkabel wird dabei vom PoP zu einem Kollokationsschacht geführt.  An diesen werden über drei bis vier weitere Hauptkabel die Leitungen von mehreren Netzverteilern zusammengeführt angeschlossen. Ein Hauptkabel ist in der Regel mit ein bis zwei Glasfaserkabeln und bis zu 144 Fasern belegt. Mit geeigneter Materialstärke können Mikrorohrverbände in der Hauptkabelebene direkt erdverlegt werden. Es kann aber auch eine Rohr-in-Rohr-Verlegung mit einem Schutzrohr in der Hauptkabelebene zum Tragen kommen.

Homes passed

Das bedeutet, dass in jeder Straße, die ausgebaut werden darf, bereits die Voraussetzungen geschaffen werden, um nachträgliche Gebäude ans Glasfasernetz anzuschließen nachdem der Erstausbau erfolgt ist.

Kollokationsschacht

Mit der Einrichtung von sog. Kollokationsschächten kommt man der Anforderung der ateneKom (Projektträger der Bundesförderung) nach, die besagt, dass die Anbindung von anderen Providern (z.B. Telekom) an ein Backbone möglich sein muss. Dazu gehören alle großen Verbindungsleitungen wie z.B. Hochspannungsleitungen und daher auch das neu entstehende Backbone des Glasfasernetzes. Denn natürlich besteht die gesetzliche Verpflichtung zu einem offenen Netzzugang, sodass auch andere Provider die Netzleitungen nutzen können, um z.B. eigene Produkte anzubieten. Entweder kann der Provider Leitungen beim Netzpächter anmieten oder aber er errichtet ab dem Kollokationsschacht seine eigenen Leitungswege zu den Endkunden.

Netzverteiler (NvT)

Der Netzverteiler (NvT) ist das letzte Bindeglied zwischen dem PoP und dem Hausanschluss des Kunden. Insgesamt sind im Landkreis Uelzen ca. 550 NvT´s geplant. Je nach Größe passen an einen NvT bis zu 50 Gebäude. Im Verteiler befindet sich für jedes Gebäude eine Spleißkassette, in der die Glasfasern abgelegt sind. Beispielsweise werden für ein Einfamilienhaus in der Regel 6 Fasern abgelegt. Jede Kassette erhält eine entsprechende Kennzeichnung für Hausnummer und Gebäude. Am Netzverteiler führen alle Mikrorohre der einzelnen Hausanschlüsse zusammen. Der gesamte NvT wird mit dem Hauptkabel verbunden und ist dadurch an den versorgenden PoP angeschlossen.

Point of Presence (PoP)

Der „Point of Presence“ oder auch kurz genannt „PoP“ ist die zentrale Vermittlungsstelle die über das „Backbone“ direkt an das Rechenzentrum der LüneCom angebunden wird und damit den Zugang zum Internet sicherstellt. Ein PoP bzw. eine Hauptverteilerstation versorgt jeweils einen Bereich mit durchschnittlich ca. 2.500 Haushalten. Insgesamt müssen 19 PoP´s errichtet werden, um das gesamte Versorgungsgebiet ans Glasfasernetz anzuschließen. In den PoPs ist die aktive Technik der LüneCom verbaut, die notwendig ist um das Glasfasernetz zu betreiben. Sie verfügen über eine eigene Klimaanlage, einen Stromanschluss sowie eine eigene unterbrechungsfreie Stromversorgung, mit der ein Stromausfall 30 Minuten überbrückt werden kann. Die Glasfaseranschlüsse können erst aktiv geschaltet werden, wenn der versorgende „PoP“ des jeweiligen Bereiches an das  „Backbone“ angeschlossen ist.

Rechenzentrum

Die Anbindung zum WorldWideWeb erfolgt zunächst an einer Stelle im Ausbaugebiet 1 (Bienenbüttel). Hier stellt die LüneCom als Netzpächter Glasfasern zur Verfügung, die direkt mit einem Rechenzentrum verbunden sind und das zukünftige Highspeednetz an das weltweite Internet anbinden. Für eine höhere Ausfallsicherheit wird im Zuge des weiteren Ausbaus eine zweite Leitung seitens der LüneCom zu einem Rechenzentrum an einer anderen Stelle im Landkreis bereitgestellt, denn doppelt hält nicht nur besser, sondern ist auch sicherer. Ähnlich wie beim Backbone des Glasfasernetzes ist so sichergestellt, dass bei einer möglichen Beschädigung einer der Leitungen, trotzdem der Saft auf den Leitungen bestehen bleibt und ohne Einschränkungen mit Lichtgeschwindigkeit weiter gesurft werden kann.

Verzweigerkabel (VzK)

Das Verzweigerkabel (VzK) verbindet den Netzverteiler mit den einzelnen Hausanschlüssen. Für jedes Haus, das angeschlossen werden darf,  ist ein separates Mikrorohr im Verzweigerkabelverband enthalten, das vom NvT direkt zum Gebäude führt. Mit der Verlegung von Verzweigerkabeln in jeder ausbaufähigen Straße wird die Forderung des Fördermittelgebers nach „Homes passed“ erfüllt.