Glossar: Horizontalspülbohrverfahren

29.10.19 - Mit diesem Verfahren können grabenlos unterirdisch Leerrohre verlegt werden. Die Erdoberfläche bleibt dabei weitgehend unberührt, da meist nur eine Start- und Zielbaugrube ausgehoben werden muss. Zwischen diesen Gruben führt eine Horizontalspülbohranlage eine Pilotbohrung durch. Dabei wird ein steuerbarer Bohrkopf unterhalb der Erdbodenfläche durch ein stückweise zusammengesetztes und damit flexibles Bohrgestänge vorangetrieben. Mittels einer zugeführten Bentonit-Bohrspülung wird das Erdreich zusätzlich gelockert und das Bohrgut aus dem Kanal gespült. Durch die speziellen Eigenschaften von Bentonit wird der Bohrkanal zusätzlich stabilisiert. Nach Erreichen der Zielgrube wird der Bohrkopf durch einen sogenannten Räumer mit größerem Durchmesser ausgetauscht, der beim Zurückziehen den vorhandenen Kanal ausweitet und angehängte Leerrohre mit einzieht. Je nach Größe der Anlage können Verlegelängen von mehreren 100 Metern erreicht werden. Dabei kann die Verlegetiefe je nach Umgebung zwischen 0,60 Metern und mehreren Metern betragen. Damit eignet sich diese Verlegetechnik insbesondere für die Unterquerung von Hindernissen wie Bahntrassen, Flussenläufen, Naturschutzgebieten oder denkmalgeschützten Pflasterungen.

 
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